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Wenn andauernd die Blase drückt ............

Hündinnen von Harnwegsinfekten häufiger betroffen als Rüden

Von Hartmut Wiedmann                                       download

 

Muss Ihr Boxer alle fünf Minuten zum Pinkeln raus, und kommen dann immer nur ein paar Tröpfchen – dann ist meist eine Blasenentzündung die Ursache. Sie kommt bei Vierbeinern relativ häufig vor und wird meist durch Bakterien ausgelöst. Weibliche Hunde, insbesondere kastrierte Hündinnen, sind empfindlicher als Rüden.

 

Harnblasenentzündungen sind meist schmerzhaft und sollten immer behandelt werden, damit Tumore und die Erkrankung anderer Organe ausgeschlossen werden können. Bis genaue Erkenntnisse vorliegen, kann der Tierarzt dem Hund zunächst mit einem Schmerzmittel und einem Breitband-Antibiotikum Linderung verschaffen.

 

Wie erkennt man eine Harnblasenentzündung ?  

Eine Harnblasenentzündung geht häufig mit typischen Symptomen einher:

           

·       häufiger Harnabsatz in kleinen Mengen

·       Urinpfützchen in der Wohnung

·       Trüber und/oder blutiger Urin

·       stechender Geruch des Urins

 

Harnblasenentzündungen können aber auch gänzlich ohne Krankheitsanzeichen verlaufen. Zu Fieber, Appetitlosigkeit oder ähnlichen Störungen des Allgemeinbefindens kommt es selten.

 

Keime, die eine Blasenentzündung auslösen, kommen in der Regel aus der Umwelt, der Haut oder dem Darm des Hundes und wandern über die Harnröhre in die Blase ein. Diesen Vorgang nennt man eine aufsteigende Infektion. Sie steht im Gegensatz zu der absteigenden Infektion, bei der Bakterien aus einer Nieren- oder Nierenbeckenentzündung stammen und in die Blase „hinunterwandern“. Darüber hinaus können Keime über die Blutgefäße oder die Lymphe in die Blase geschwemmt werden.

 

Meist entwickelt sich eine Blasenentzündung aus einem aufsteigenden Infekt. Das erklärt auch, weshalb Hündinnen öfter davon betroffen sind als Rüden. Denn die Harnröhre – und damit der Weg, den die Bakterien in die Blase zurücklegen müssen – ist bei Hündinnen deutlich kürzer als bei Rüden. Auch ältere Hunde, Diabetes-Patienten und Tiere, die unter Harninkontinenz leiden, sind besonders anfällig. Am häufigsten im Vergleich zu anderen Hunden leiden kastrierte Hündinnen unter Harnwegsinfekten. Denn die Kastration kann eine Funktionsstörung des Blasenschließmuskels und damit unkontrolliertes Harnträufeln zur Folge haben.

 

Welche Untersuchungen sind nötig ?  

Für die Diagnose einer Harnblasenentzündung ist die Untersuchung einer Urinprobe unbedingt notwendig. Der Säuregehalt des Harns sowie in ihm enthaltene Zellen oder Kristalle liefern wichtige Hinweise. Für die Bestimmung der ursächlichen Bakterien und für die Überprüfung von Resistenzen gegen Antibiotika ist eine mikrobiologische Untersuchung nötig. Hierfür wird der Urin einige Tage auf speziellen Nährböden kultiviert. Wird der Harn für diese Untersuchungen beim Wasserlassen des Tieres aufgefangen, können Kontaminationen durch sich in Harnröhre und äußeren Geschlechtsorganen befindliche Entzündungszellen und Bakterien zu Verwirrungen führen. Deshalb sollte steril gewonnener Urin benutzt werden. Die Gewinnung einer sterilen Harnprobe erfolgt am besten durch ein Verfahren, das Zystozentese genannt wird. Dabei wird – ähnlich wie bei der Fruchtwasserentnahme bei der Frau – Urin mit Hilfe einer Spritze direkt aus der Blase entnommen. Dies erfolgt meist unter Ultraschallkontrolle, ist nicht schmerzhaft und ist nur selten mit Risiken verbunden.

 

Je nach Schwere der Erkrankung oder wenn Hinweise auf eine tiefer liegende Ursache (etwa eine Erkrankung der Prostata oder hormonelle Störungen) bestehen, müssen zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu gehören Blutanalyse, Röntgen, Ultraschall und in einigen Fällen auch die Spiegelung der Harnblase (Zystoskopie).

 

Wie wird eine Harnblasenentzündung behandelt ?  

Durch Bakterien ausgelöste Harnblasenentzündungen werden mit Antibiotika behandelt. Wie lange diese Medikamente gegeben werden müssen, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. So spielen das Alter des Tieres, die Schwere der Erkrankung, die Art des Erregers, das Vorliegen von anderen Erkrankungen und ob bereits vorher schon Harnblasenentzündungen vorgelegen haben eine Rolle. In einigen Fällen können Schmerzmittel oder entkrampfende Medikamente zusätzlich eine Linderung des Harndrangs bewirken. Eine verstärkte Flüssigkeitsaufnahme ist sinnvoll; sie hilft, die Keime auszuschwemmen.

 

Je nach Aggressivität der Erreger, der Immunstärke des Patienten und vorhandenen zusätzlichen Erkrankungen kann die Therapie einer Blasenentzündung unterschiedlich lange dauern. In unkomplizierten Fällen ist der Infekt meist schon nach zehn bis 14 Tagen konsequenter Antibiotika-Gabe überstanden. Es kann aber auch zu einer Behandlungszeit von mehreren Wochen kommen.  

 

Woran kann es liegen, wenn eine Harnblasenentzündung nicht auf Antibiotika anspricht oder immer wieder kommt ?

·       Vorliegen von anderen Erkrankungen, die bakterielle Besiedlungen erleichtern
        (z.B. Diabetes mellitus, Morbus Cushing, Bandscheibenerkrankungen, Harninkontinenz)

·       Resistenz der Bakterien gegen das eingesetzte Antibiotikum

·       Zu frühes Absetzen des Antibiotikums oder nicht regelmäßige Gabe

·       Harnsteinen oder Zellwucherungen in der Blasenwand

·       Vorliegen einer nicht bakteriell bedingten Harnblasenentzündung
        (etwa durch Tumore, bestimmte Medikamente oder Parasiten).

 

 

Boxer Klub e.V. Sitz München - im VDH | Landesgruppe II Baden-Württemberg