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Hörzeichen in der Hundeausbildung

 

Ausbildung ist Teamarbeit –

und bei der Teamarbeit ist Kommunikation

zwischen den Partnern von entscheidender Bedeutung.

Reden beide aneinander vorbei,

kann’s nichts werden mit der Erziehung unserer Vierbeiner.

 

Die Kommunikation in der Ausbildung mündet in Kommandos, die in der Prüfungsordnung (PO) des Boxer Klubs (BK) und des Dachverbands aller Rasse- und Gebrauchshundeverbände, dem Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) festgeschrieben sind. Diese Prüfungsordnung gilt international und heißt deshalb Internationale Prüfungsordnung (IPO), früher Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (VPG).

 

Hörzeichen iaut Prüfungsordnung

Damit der Hund in jeder Situation weiß, was sein Hundeführer von ihm will, schreibt die Prüfungsordnung eine Reihe von Hörzeichen (HZ) vor, die so und nicht anders gegeben werden müssen. Diese Kommandos sind mit bestimmten Unterordnungsübungen verknüpft und lauten:

Fuß, Sitz, Platz, Steh, Bring, Hier, Aus, Voraus.

In der Fährtenarbeit und im Schutzdienst kommen weitere Kommandos hinzu. Mit das wichtigste Hörzeichen beim Schutzdienst ist das „Aus“.

Zu jedem HZ gehört ein eindeutig vorgeschriebenes Verhalten des Hundes.

 

Hörzeichen für Alltagssituationen

In Alltagssituationen – wenn es nicht so drauf ankommt – müssen deshalb andere Kommandos verwendet werden. Ein Beispiel: Beim „Hier“ lt PO erwartet der Hundeführer von seinem Hund eine schnelles, gerades Herankommen mit einem engen und geraden Vorsitz. Will ich auf einem Spaziergang, dass mein Hund nur einfach herkommt, benützt man am besten das Hörzeichen „Komm“.  Oder das Kommando „Fuß“. Dabei muss der Hund den Hundeführer anschauen. Soll er einfach nur mittrotten, empfiehlt sich etwa das Hörzeichen „Bei mir“.

 

Hörzeichen in der Ausbildung

Neben den Kommandos für die verschiedenen Übungen laut Prüfungsordnung gibt es vier Hörzeichen, die für die Ausbildung unserer Hunde von enormer Wichtigkeit sind. Diese Hörzeichen dürfen aber nicht beiläufig gegeben werden, sondern müssen der Situation angepasst und auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sein    

Der Sinn eines jeden Kommandos liegt darin, dem Hunde mit einem klaren Wort zu signalisieren, was gerade von ihm erwartet wird. Wichtig ist dabei, dass die Hörzeichen keine Drohkommandos sind, sondern beim Hund angenehme Empfindungen auslösen. Die Arbeit mit seinem Hundeführer muss zur Wohlfühlzone werden.

 

Diese Hörzeichen (HZ) erleichtern uns die Ausbildung:

 

  • Aus für die bewusste Abgabe des Spielobjekts
  • HZ für die Freigabe nach Ende einer Übung, z.B. okay, klasse, jawohl, o.ä. 
  • HZ für eine Ermutigung während der Übung, z.B. fein, prima, brav, gut, o.ä.
  • Nein für ein falsches Verhalten, zugleich Signal für ein alternatives Verhalten.

 

 

Mit diesen vier Hörzeichen werden drei Ziele verfolgt:

 

  1. Maximale Klarheit in der Kommunikation zwischen Hundeführer (HF) und Hund (Hd)
  2. Vermeiden von Konflikten und Zweifelsfällen im Übungsablauf
  3. Verdeutlichung der Absichten des HF gegenüber seinem Hd.

 

 

Im Folgenden die vier Kommandos und ihre Bedeutung im Detail.

 

Aus

Das Hörzeichen „Aus“ wird in unserer Ausbildung nicht als erlerntes Warnzeichen verstanden nach dem Motto: Macht der Hd kein Aus, dann gibt es Ärger.

Mit dem Aus-Kommando lernt der Hd das Abgeben des Motivationsobjekts (Beißwurst), ohne das Gefühl zu haben, er verliert den Gegenstand oder wird darum betrogen. Ist das der Fall, widersetzt sich der Hd dem Hörzeichen, wird lustlos und nur dann Leben zeigen, wenn die Belohnung unmittelbar bevorsteht. Der HF muss dann viel Aktivität auf den Platz bringen, um seinen Meideverhalten zeigenden Hd zu animieren und zu motivieren. Die Arbeitsfreude ist des Hundes ist nur von kurzer Dauer und auf dauernde Aktion des HF angewiesen.

Im Gegensatz dazu lernt der Hd: Ich brauche meinen HF zum Spielen, beim HF fühle ich mich sicher, da werde ich nicht ausgetrickst. Der Besitz der Beißwurst allein ist für den Hd nicht befriedigend. Die wirkliche Belohnung ist das Spiel mit dem HF.

Zugleich werden mit diesem Kommando für ein bewusstes Abgeben des Gegenstandes zum Zweck des Weiterspielens die Motivation und Energie des Hundes von einer Situation in eine andere überführt: vom ausgelassenen Zerren in einer Position der zwischenzeitlichen Ruhe und Konzentration.

 

Freigabe

Dieses Hörzeichen (Okay, Klasse, jawohl oder ähnliches) markiert grundsätzlich ein wünschenswertes Verhalten und dient zugleich als positive Verstärkung auf dem Weg zur Belohnung.

Mit dem Freigabe-Hörzeichen werden folgende vier Ziele verfolgt:

 

  1. Der Hund lernt, dass die Übung beendet ist
  2. Der Hund lernt, dass ihm die Belohnung sicher ist und er nie darum betrogen wird. Dabei ist mit fortschreitender Verstetigung des Lernprozesses egal, ob die Belohnung sofort oder erst nach ein paar Sekunden erfolgt.
  3. Der Hund lernt, dass richtiges Verhalten die Belohnung bringt.
  4. Das Hörzeichen bekräftigt das erwünschte Verhalten.


►   Wie wichtig die Freigabe für die Ausbildung ist, zeigt das Problem des sogenannten „Sign-Tracking“. Was heißt das? Hunde neigen dazu, der Körpersprache ihres HF große Bedeutung zuzumessen und sich den Signalen zuzuwenden, die zu einer Belohnung führen (zum Beispiel das Greifen in die Futtertasche, das Ziehen der Beißwurst, das Hervorbringen des Balles). Diese Konzentration auf bestimmte Signale nimmt dem Hd sehr viel Energie und führt am Ende meist dazu, dass der Hd die gewünschte Position verlässt und im schlimmsten Fall dafür dann noch bestätigt wird. Wenn wir mit Motivationsmittel gleich welcher Art arbeiten, müssen wir vermeiden, den Hund mit der Belohnung zu überraschen.

Denn überraschen wir ihn, werden wir ihn dazu erziehen, eben auf die Signale zu  
achten, die der Belohnung vorausgehen (Sign-Tracking). Mit dem Freigabe-
Hörzeichen vermeiden wir dies!

 

 


 

Ermutigung und Versicherung       

Dieses Hörzeichen (Fein, Prima, Brav, Gut oder ähnliches) muss für den Hd verlässlich mit der Freigabe verknüpft sein.

Das Hörzeichen signalisiert dem Hd: Ja, du machst deine Sache gut; du musst aber noch ein wenig weitermachen, um deine Belohnung zu erhalten. Dadurch wird es dem Hd leichter gemacht, das richtige Verhalten bewusst zu wählen.

Ziel unserer Ausbildung muss sein, dass der Hd bewusst die Entscheidung trifft, die zu seiner Belohnung führen. Das heißt: Er muss aktiv sein und darf nicht vom HF in eine bestimmte Position oder zu einem bestimmten Verhalten manipuliert werden.

Die Ermutigung kann verstanden werden als zeitliche Brücke zwischen dem richtigen Verhalten und dem Ende der Übung samt Belohnung.

 

Nein

Das Hörzeichen „Nein“ sagt dem Hd zweierlei:

 

  1. Der Hd hat etwas getan, was nicht richtig war und wofür er keine Belohnung erhält. Falsches Verhalten wird damit vermieden.
  2. Die Übung wird mit diesem Hörzeichen beendet und neu aufgebaut – wobei bei bestimmten Übungsteilen (etwa dem zu frühen Herankommen aus der Ablage beim Abrufen) der Hd auf der falschen, also rechten Seite zum Ausgangspunkt zurückgeführt wird.

 

Wichtig ist: Das „Nein“ ist für den Hd keine Bedrohung, sondern ein Informationskommando. Das macht Sinn, wenn man eine Bestrafung als das Vorenthalten von Belohnung definiert. Dem Hd wird dadurch schnell klar, dass er sich mehr anstrengen muss, um schnell zu seiner Bestätigung zu kommen.

 

Hartmut Wiedmann, Ausbildungswart

 

 

Boxer Klub e.V. Sitz München - im VDH | Landesgruppe II Baden-Württemberg